Am Sonntag habe ich erst einmal etwas ausgeschlafen, aber das Wetter ist bombig, also ab an den Strand. Nach dem Treffen am TILAG (Busbahnhof in Lagoa de Conceição, von dem man alle Strände erreichen kann) haben wir vier uns dann für die Praia Mole entschieden, auch weil so viele Busse dorthin fuhren. Dort haben wir Gringos (Weiße, auch Argentinier werden so genannt) uns erst einmal einen Sonnenschirm gemietet, und uns einige tropische Getränke vom Strandkiosk geleistet, zum Beispiel água de coco: Eine Nuss wird aufgebohrt, Strohhalm rein, fertig, 2 Reais. Das ist nicht teuer als eine Dose Guaraná im Restaurant bzw. eine Flasche Guaraná im Supermarkt. Außerdem haben sich die drei anderen Jungs für zwei Stunden ein Surfbrett gemietet, ich war auch mal kurz drauf aber hab’s nicht mal liegend geschafft, drauf zu bleiben. So viel besser waren die anderen zwar auch nicht, immerhin habe ich für mich beschlossen, dass ich das nicht brauche und die Gefahr, dass ich mich oder andere Leute dabei verletze größer ist als meine Erfolgsaussichten. Außerdem haben wir noch ein Mädel getroffen, die wir ein paar Tage zuvor schon mal in einem Restaurant getroffen hatten und die fließend Deutsch spricht. Ihre erste Frage: Seid ihr mit dem Auto da? Sie war auf dem Hinweg getrampt (pegar carona), was in Brasilien ziemlich üblich ist. Sie sagte, sie sei „mit meinem, äh mit einem Freund“ da. Vieles spricht dafür, das es wohl ein Geliebter von ihr war: Freunde im Sinne von Bekannte heißen amigo/amiga im Portugiesischen. Der Freund/die Freundin (im deutschen stets im Singular zu benutzen) heißt in Brasilien namorado/namorada, wörtlich übersetzt Geliebter/Geliebte, und hat offenbar wenig mit Einzahligkeit und Treue zu tun…

links im Bild zwei Gringos…
Als es schon fast dunkel wurde, haben wir noch einen kleinen Strandspaziergang unternommen, wobei der Christian besser nicht auf den letzten Felsen geklettert wäre, denn da ist er kaum wieder runtergekommen.
Auf dem Rückweg sind wir dann mit großem Appetit im Beiramar-Shopping gelandet, und zwar genauer gesagt im Supermercado Imperatriz, wo man sich für wenig Geld eine Pizza selbst zusammenstellen lassen kann (eine gute Methode, um die Namen von Zutaten zu lernen und die Leute hinter der Theke mal richtig zum Lachen zu bringen!). Während man seine Einkäufe im Supermarkt erledigen kann, wird die Pizza vor Ort gebacken, und am Ende nach Gewicht bezahlt. Ich bin noch nie von 8,50 Reais so satt geworden!
