Itaipu Kraftwerk

Es war sicherlich deutlich später als 5 Uhr, als unser Reisebus in der Rodoviária von Foz de Iguaçu einfuhr. Und wirklich ausgeschlafen bin ich auch nicht, dennoch gilt es, Hotelaufschwatzern, Taxifahrern und sonstigen Touristenfallen auszuweichen, die alle exklusiv ihre Dienste für Dich anbieten wollen. Wir bevorzugen den Stadtbus und unsere bereits reservierte Pousada de Laura. Wir stellen erst einmal unsere Sachen ab, und wer kommt da? Tom, der Australier aus dem Bus, ist auch bei Laura einquartiert. Kein Wunder, denn Laura ist die erste Adresse im Lonely Planet Brazil. Zunächst haben wir mit den anderen Gästen ein Frühstück mit tropischen Früchten genossen. Und in so einer Pousada trifft man ja auch allerhand Leute, z.B. einen alternden und bekifften Münchner Informatiker (Wir: „Boa dia“ – „Jo, grüßt Euch“) und ein paar Französinnen. Leider musste ich feststellen, dass meine Portugiesischkenntnisse meine Französischkenntnisse ersetzen: Ich verstehe alles auf Französisch, kriege aber kein Satz mehr raus, der nicht mindestens zwei portugiesische Vokabeln anstatt ihrer französischen Pendants enthält.
Mittags sind wir dann mit dem Bus raus nach Itaipu, wo das größte Wasserkraftwerk der Welt steht. Es staut den Rio Paraná, die Grenze zwischen Brasilien und Paraguay, auf und deckt etwa ein Viertel des brasilianischen und nahezu 100% des Energiebedarfs von Paraguay. Durch einen Vertrag aus den sechziger Jahren wurde der Bau des Kraftwerks, die Gründung einer binationalen Betreibergesellschaft und der Aufteilung der Energieressourcen 50 zu 50 beschlossen. Benötigt ein Land weniger Energie als es erzeugt, kann die Energie günstig an das andere Land verkauft werden. Beide Länder haben sich gleichzeitig auf die Fahnen geschrieben, auf regenerative Energiequellen zu setzen und nicht in Kernenergie zu investieren.
Das alles wurde uns in einem Filmvortrag beigebracht, danach gings mit Bussen raus in Kraftwerk. Begriffe wie groß, riesig, gigantisch versagen an dieser Stelle. Noch größer!

Im dem Fotoalbum sieht man zu Füßen des Staudamms ein Kraftwerksgebäude, welches etwa so groß ist wie das leerstehende Hochhaus am Vogelherd in Ilmenau. Das wirkt hier wie Spielzeug.
Leider war keine Regenzeit, und das Kraftwerk wurde mit Wasser aus dem Staudamm gespeist. In der Regenzeit gibt es drei Überlaufrinnen, damit der Staudamm nicht überläuft (Spillways). Über diese Spillways können dann 63.000.000 Liter Wasser pro Sekunde abfließen.
Nach diversen Fotohalten an Aussichtspunkten und einer Fahrt über den Staudamm (der dem Abschlussdeich gleicht, da auch noch viel Vorland eingedeicht ist) sind wir dann mit dem Bus in den Kraftwerkszoo gefahren worden. Dort sind seltene Tierarten, die im Bereich des heutigen Stausees siedelten, weiter gezüchtet und gehalten.
Mit einer Deutschen, die wir dort in der Besuchergruppe getroffen haben, sind wir dann abends noch in einer Churrascoria gelandet, wo es Leckeres vom Grill mit Rodízio (der Kellner kommt mit dem Spieß an den Tisch, und man isst bis man satt ist, danach bringt er gegrillte Ananasscheiben) und Buffet für 10 Reais gab.


Satt essen mit Getränken für 16 Reais: Churrasco in Foz

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