Leer war es auf den Straßen, als ich heute mit dem Fahrrad zur Uni fuhr. Wo ist der übliche Stau in der Rua Lauro Linhes, der Verkehrader Trindades? Wo sind die vielen Busse und Mopeds, die sich durch die Automassen drängeln?
Habe ich mich in der Uhrzeit geirrt?
Nichts von alledem. In Floripa ist heute irgendein lokaler Feiertag, nur wir sechs deutschen Deppen scheinen die einzigen zu sein, die heute lernen.
Viel passiert dann aber doch nicht, geht es doch heute mit Sack und Pack für 4½ Tage Kurzurlaub nach Foz de Iguaçu. Pünktlich als wir den Bus betreten fängt es natürlich in Strömen an zu regnen, das kann ja ein schöner Urlaub werden.
Dafür verfügt der Reisebus über sehr bequeme, große Sitze, deren Rückenlehnen sich beinahe waagerecht stellen lassen. Optimal, um die Nacht darin zu verbringen, schließlich ist Foz de Iguaçu etwa 1000 km entfernt und die Ankunftszeit mit 5 Uhr morgens angegeben.
Das erste Mal verlassen wir nun Floripa. Und bereits in den Vororten wird uns deutlich, dass insbesondere die gesamte Insel, auf der wir sonst leben, ein einziges Reichenviertel zu sein scheint. Vielleicht so als wenn man auf Sylt oder am Starnberger See wohnt, und nun in die Heide bzw. aufs Land rausfährt. Auch die gut gepolsterten Sitze wurden quasi notwendig, da die autobahnähnliche Küstenstraße nach Floripa die Busfederung doch ziemlich beansprucht.

Im Bus haben wir dann noch so allerlei Leute getroffen, z.B. Vincent aus Kanada und Tom aus Australien. Doch dazu später mehr.
