Nachdem ich fast bis Mittags geschlafen habe, hat mich Michelle ins Auto gesteckt, heute ist doch der Geburtstag von Leonor, einer Freundin aus der Studentengemeinde, und wir wären zum Essen eingeladen. Nach einer Zwischenstation im Manhattan-Minimercado habe ich das Dessert (Eis) beigesteuert, außer uns waren noch Leonors Mann, Hallthmann (sprich: Hautschmann), und eine weitere Freundin anwesend. Leonor ist im fünften Monat schwanger und es gab viel Salat, ein bisschen Fleisch und Wackelpudding (hier: Gelantine) mit Eis. Leonor und Hallthmann wohnen übrigens im gleichen Condominho (abgeschlossenes Gebiet mit einigen Mietwohnungen) wie Verena.
Nach dem Essen rief Markus an, ob ich nicht Lust hätte, mit Carlos und ihm eine Inselrundfahrt zu machen. Gute Idee. So besuchten wir erneut Santo Antônio de Lisboa, und fuhren nach Jurêre im Norden der Insel weiter. Dort gab es eine Oldtimer-Ausstellung, niemals zuvor habe ich so viele gut erhaltene Karmann Ghias gesehen…

Ein VW-Brasilieira

Ein Karmann-Ghia, das Auto Osnabrücks…
Abends war ich mit Michelle in der Kirche, die aufgrund des Papsttodes gerammelt voll war. Nur mit Mühe konnten wir noch einen Sitzplatz ergattern. Nach der Messe haben wir uns von der Studentengemeinde anlässlich Leonors Geburtstag in einer italienischen Pizzeria im Zentrum getroffen, wo es ausnahmsweise mal kein Rodízio gab, was für den Laden spricht. Ich habe mir mit Michelle, Cássia und Karina eine Pizza geteilt. Cássia hat den ganzen Abend Lachkrämpfe gehabt, und als ich ihr erzählt habe: „Cássia, não esqueca de inhalar quando você está rindo“ (Cássia, beim Lachen das Luftholen nicht vergessen) war es dann ganz vorbei. Nebenbei fällt mir auf, dass Cássia bei der Organisation des Austausches hier auf brasilianischer Seite auf die Unterstützung durch Leute aus der Studentengemeinde zurückgreifen kann: Da wird mal hier ein Zimmer besorgt, und kennst du nicht dort noch einen, den man wegen eines Praktikumsplatzes fragen kann,…
Kritisch wird es noch, als 30 Brasilianer versuchen, die Rechnung zu teilen und jeder einzeln seinen 3-Euro-Anteil mit Kreditkarte zahlen will. Da brauchte der Kellner echt starke Nerven.
