Ausführlicher Rundgang durch die Produktion

Jetzt kenne ich viel mehr technische Vokabeln als noch letzte Woche. Denn ich laufe mit Uilians durch die Produktion. Er zeigt mir den Werkzeugbau und erklärt mir einige aktuelle Probleme beim Bau einer Vorrichtung für die Linkshänderversion eines Zahnarztstuhles. Bisher war mir die Existenz solcher Stühle unbekannt, bei denen der Zahnarzt tatsächlich auf der linken Seite des Patienten Platz nimmt und sich die Wassereinheit zur Rechten des Patienten befindet.


Zahnarztstuhl Anti-Stress, mit Rückenmassage in der Lehne

Abends habe ich erstmals bei Mitpraktikant Claudio Carona genommen, der in Pantanal in der Nähe der UFSC wohnt. Von dort aus kann ich nach Hause laufen, und muss nicht mehr mit dem Bus durch die Slums fahren. Meistens fährt Rodrigo, der in Corrego Grande wohnt, auch noch mit, und hin und wieder Jones, ein älterer Konstrukteur, der danach noch mit dem Bus weiter bis Lagoa de Conceição fährt.
Heute fahre ich jedoch nur bis zum TICEN mit, denn ich treffe mich dort mit Markus und Ingmar. Sie waren die Woche über bei verschiedenen Vorstellungsgesprächen, ohne Erfolg. Aber heute war Ingmar noch mal Cássia, die über verschiedene Kanäle irgendwie an einen Praktikumsplatz in Resende, RJ gekommen ist. RJ steht für den Bundesstaat Rio de Janeiro, 15 Busstunden von Florianópolis entfernt. Das ganze soll in einem Kernforschungszentrum sein – Ingmar ist begeistert, Anne weniger. Ob es an der Distanz oder der Strahlenangst liegt, wird ihr Geheimnis bleiben.
Markus wird mit großer Wahrscheinlichkeit bei Eletrosul anfangen. Carlos sen., sein brasilianischer Gastvater, arbeitet seit 20 Jahren bei Südbrasiliens staatlichem Energiekonzern und versucht gerade, dort einen Praktikanten unterkriegen.
Markus, Anne, Ingmar und ich versuchen im Zentrum noch ein Pizza-Rodízio zu finden, die sind aber alle ziemlich teuer, und so beschließen wir in das Restaurant zu gehen, wo ich mit Michelle und Cássia bereits am Sonntag war. Dort teilen wir uns zwei große Pizzen, habe urige italienische Atmosphäre und das ist auf jeden Fall gemütlicher als in den Rodízio-Ketten.

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