Heute hat Hélvio mich und Simone noch einmal mit in die Werkstatt, genauer gesagt in die Abteilung Pré-Corte, etwa Grobbearbeitung und Zuschnitt, mitgenommen. Diese Abteilung, in der es aufgrund von Bandsägen, Exzenterpressen und sonstigen Maschinen zur Grobbearbeitung etwas lauter, schmutziger und grober zugeht, ist vom eigentlichen Produktionsprozess der medizinischen Produkte räumlich getrennt und befindet sich in einer älteren Produktionshalle. Heute befindet sich hier das Lager für Wareneingang und Fertigprodukte, die Verpackungsabteilung mit der Palettentischlerei (ja, die werden schön selbst hergestellt). Bis 2002 befand sich die gesamte Produktion in dieser Halle, die neue Halle, wo heute die Stühle zusammengebaut werden, ist mal eben dreimal so groß – und es dauert nicht mehr lange, dann wird auch diese Halle aus allen Nähten platzen.
Aufgrund der anhaltenden Unternehmensexpansion treten an vielen Maschinen in der Abteilung Pré-Corte Engpässe auf, die wir durch kleine Maßnahmen beheben sollen. So werden für die Herstellung eines Blechteils zwei Arbeitsschritte benötigt: An einer Blechschere (sehr treffen Guilhotine genannt) wird eine Blechplatte in Streifen geschnitten, und an einer Exzenterpresse der Streifen zu Werkstücken verarbeitet. Da böte es sich doch an, den Stahl als Kaltband von der Rolle (bobina) zu kaufen und eine Maschine zu bauen, die diese Rolle abwickelt (ein desbobinador) und den Streifen der Presse zuführt (Alimentador). Schon ist mein Arbeitsgebiet umrissen, und das Wochenende steht vor der Tür.
