um pequininho quartinho

Nach dem Frühstück in der Pousada Schulz sind Steve und ich über Umwege zur Rodoviária gelangt. Da trifft man noch mal einen Deutschstämmigen, der uns erzählt, dass seine Tochter Architektur in Aserbaidschan studieren will, geht am Feiertag in einen Hipermercado, und gelangt mit dem Stadtbus schließlich zur Rodoviária.


Landschaft zwischen Joinville und Curitiba: Seen und hohe Berge

Durch das Gebirge geht es in zweistündiger Busfahrt in die Hauptstadt des Bundestaates Paraná. Curitiba hatte 1857 zehntausend Einwohner, 1950 etwa 300.000, und zählt heute mit 1,6 Millionen Einwohnern zu den größten Städten Südbrasiliens. In den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wuchs die Stadt schlagartig, und es gelang, ein vorbildliches Verkehrssystem sowie ein Programm zur Rettung der historischen Altstadt umzusetzen.


Glasschläuche als Bushaltestellen, wo die Busse passgenau anhalten und sich dann die Türen öffnen

Wir kommen an der Rodoferroviária an (ja, hier gibt es auch eine Eisenbahn), und machen uns auf Quartiersuche. Mit Hilfe einer ausgedruckten Liste mit Pousadas kommen wir nicht weit, und finden ein Hotel in der Nähe der Kathedrale. Eigentlich hätten wir schon beim Preis von 10 Reais pro Nacht und Person stutzig werden müssen, haben das Zimmer jedoch dann genommen. So musste der Dosensammler, der kurz nach uns ankam und um pequininho quadrinho (ein kleinstes Zimmerchen) suchte, leider diese Nacht auf der Straße verbringen. Das Zimmer war also in einer Absteige für die unteren Ebenen der brasilianischen Gesellschaft. Die Herbergsmutter war durchaus herzlich, aber nicht auf Gäste wie wir eingestellt. Nun wissen wir, warum man manchmal eben doch 20 Reais die Nacht zahlen sollte.
Am Nachmittag haben wir dann die Kathedrale besichtigt, von wo aus gerade die Fronleichnamsprozession gestartet war. Evtl. war Margot Honecker auch da, zumindest haben wir eine Frau gesehen, die ihr auffällig ähnlich sah.


In der Einkaufsmeile Rua quinze gab es mal eine Straßenbahn

Leider sind wir danach in die falsche Richtung gelaufen, und haben das historische Zentrum genau verfehlt. Auf der Frage nach dem Weg haben wir aber zwei Studentinnen aus Londrina kennen gelernt, die auf irgendeinem Kongress in der Stadt waren. Larissa und Klara sind sehr angenehme Leute, vor allem deshalb, weil sie auf unsere Herkunftsangabe nicht mit „Schumacher“ oder „Heil H…er“ reagierten, sondern man sich mit ihnen einfach gut unterhalten konnte.


Marcus, Karla, Steve und Larissa

Nach einer Pizza in der Kneipenstraße Rua 24 horas wurde es ziemlich kalt, um uns auf dem Rückweg aufzuwärmen sind wir noch in einer abgeschrammten Videoké-Bar gelandet, es hatte auch wegen dem Feiertag irgendwie nichts geöffnet.
Im Hotel Vitoria haben wir dann ernsthaft überlegt, aus hyginenischen Gründen angezogen zu schlafen.
Mehr zu Curitiba und dessen Verkehrssystem auf Wikipedia.


Ein Penner im Hotel Vitoria, wo morgens die Sonne durchs undichte Dach scheint

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