Nach dem „Frühstück“ im Hotel Vitoria (1,50 Reais extra, das kann nicht viel gewesen sein) haben wir mal in die Uni hereingeschaut, und einen netten Hörsaalspruch notiert:

Deutscher Schumachinho ist ein Eierlutschmäulchen
Danach haben wir uns schleunigst auf Hotelsuche begeben. Irgendwie wollte das nicht so recht gelingen, wir warfen Blicke in einige Billigabsteigen (wahrscheinlich nachts ein Rotlichtviertel), und sahen Luxushotels mit 80 Reais pro Nacht. Wo sind normale Zimmer, die 20 Reias pro Person kosten? Zufällig fanden wir die Jugendherberge in der Nähe des Shopping Estação (der alte Bahnhof ist jetzt Shopping Center – Wischmeyer: „Und irgendwann fährt gar kein Zug mehr ab vom Bahnhof und niemandem fällt es auf.“). Hier haben wir uns im dormatório, dem Schlafsaal eingemietet. Inzwischen wurde es Zeit, unsere Nachhut von der Rodoferroviária abzuholen: Markus und Christian trafen ein, und nach einem weiteren Eincheckmanöver in der Jugendherberge sind wir dann zum botanischen Garten gefahren (der heißt mehr als er ist, das ist eigentlich nur eine Grünfläche mit zwei Rosenbeeten), und nach einer Bus-Irrfahrt bei der Ópera de Arame, einem Freilufttheater angekommen. Hier war aber eine Graduationsfeier, so dass wir nicht reinkonnten, dafür haben wir im Bus eine portugiesische Studentin kennen gelernt, die in Rio studiert.

Das Glashaus im Hintergrund ist wohl neben diesen smarten Herren die einzige Attraktion des botanischen Gartens.
Abends standen weitere minutenlange Studien über die Warteschlangenbildung in einem kleinen Supermarkt auf dem Programm, unterbrochen von einem Supermarktpacker, der mit seinem Hubwagen etwa genau so lange brauchte, eine Palette einzuparken.

Historisches Zentrum – das ist wirklich schön. In der Bildmitte sind übrigens zwei omnipräsente brasilianische Telefonzellen zu erkennen – die orelhões (Riesenohren). Ich habe es schon mal geschafft, dagegen zu laufen, als ich telefonieren wollte – sie sind einfach zu niedrig angebracht.
Später durften wir auch tatsächlich das historische Zentrum entdecken, wo wir noch in einer Kneipe waren. Nach einer Stunde descansar in der Jugendherberge sind Steve, Christian und ich noch mal auf Kneipen- und Diskosuche gegangen, aber wieder in einer ähnlichen Videoké-Bar wie gestern gelandet. Abends finden die Partys wahrscheinlich weiter außerhalb des Zentrums statt. Schade eigentlich.
