Campos do Jordão

Für neun Uhr sind wir zum Frühstück verabredet, und bis zehn Uhr sind dann auch alle eingetrudelt. Heute geht es in den Horto Florestal, ein Naturschutzgebiet. Man zahlt drei Reais und fährt mit dem Auto rein. Hier machen wir eine für brasilianische Verhältnisse lange Wanderung, in Stöckelschuhen ist das auch sicherlich nicht einfach… Die Landschaft ist umso reizvoller, gibt es doch Pinien, Baumgrenzen und Wasserfälle zu sehen. Ich lerne den Unterschied zwischen einem cachoeira und cataratas: Beide heißen zu Deutsch Wasserfall, aber cataratas sind gößer, kommen stets im Plural vor und verdienen diesen Namen nur, wenn der Fluss Ausmaße à la Niagara oder Iguaçu erreicht.
Danach geht es wieder in die Stadt zurück, wo wir mit einem abenteuerlichen Sessellift auf den Berg hinauffahren. Der liegt hoch oben über der Stadt, und man hat einen tollen Ausblick – mehr aber auch nicht. Unten im Tal überkommt uns der Hunger, und wir haben die Wahl zwischen mehreren edlen Restaurants. Als Krönung gibt es noch warmen Apfelstrudel mit Eis. Alles deutet darauf hin, dass dieses ein sehr teures Wochenende wird, schon wieder 40 Reais für eine Mahlzeit losgeworden. Das sind ja deutsche Preise hier!
Als wir nach dem Essen auf die Straße raus sind, wird es schon dunkel, und wir machen noch ein wenig descansar in der Pousada. Wer mit Brasilianern auf ein Wochenende fährt, muss sich nicht wundern, dass der Abend erst um halb 11 wieder beginnt. Während mein Zimmergenosse Takuya und ich erst mal drei Stunden schlafen, haben sich die Brasilianer wahrscheinlich gerade die neuesten Folgen der allabendlichen Seifenopern reingezogen, die hier Telenovelas heißen. Um 11 gehen wir dann wieder in die Innenstadt, und setzen uns in dicker Jacke in ein Straßencafé. Nach diesem anstrengenden Tag geht es auch heute noch auf einen Nachtkakao in eine Chocolateria.

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