Badisches Bier

Nach dem Aufbruch aus der Pousada ging es heute zur Brauereibesichtung in die Cervejaria Baden Baden. Die Führung war ziemlich mau, Hopfen, Gerste, pronto. Von der Lei alemã da Pureza kein Wort, von der Technik des Brauens, vom Abfüllen der Flaschen – nada. Hauptsache nachher stimmen der Ausschank und der T-Shirt-Verkauf. Letzere waren aber auch tatsächlich gut, ich habe mir zusammen mit Sebastian und Alexandre auch eins gekauft. Im Shopping Center gibt es nämlich nur T-Shirts mit englischem estampo, Aufdruck, und das ist ja langweilig. „Baden Baden – a cervejaria de Campos do Jordão“ ist da natürlich viel genialer, rangiert sozusagen direkt hinter „Oktoberfest Blumenau“ mit teuto-brasilianischer Flagge. T-Shirts mit brasilianischer Aufschrift erhält man sonst fast nur am Strand, erklärt mir Vera: Auch Rika hat eines, auf dem „A vida é dura, mas a praia é mole“ steht. Das Leben ist hart, aber der Strand ist weich. Wer das Wortspiel nicht verstanden hat, schlage im Tagebuch den 20. März auf.
Danach genießen wir bei wunderschönem Wetter die Abfahrt auf der Bergstraße mit Panorama-Blick auf die Berge und ins Flachland. Sehr geniale Straße. In der Ebene angekommen, bewahrheitet sich die Restaurant-Theorie von neuem: In einem kleinen Kaff namens Quiririm kennen unsere Paulistas (Einwohner aus São Paulo, Stadt oder Staat) ein wirklich tolles Restaurant. Man muss Brasilianer dabei haben, um mehr als nur die Volksfütterungsanstalten der Rodizíos kennen zu lernen!
Über die Via Dutra geht es zurück nach São José dos Campos. Die Autobahn ist nach dem brasilianischen Präsidenten Eurico Gaspar Dutra benannt, der sie in den 40er Jahren als einfache Straße bauen ließ. Auf dem 30 km langen Teilstück, welches wir befahren, befindet keine einzige Kurve, und bis heute sind rechts und links Städte entstanden.
Bei Patricia und Alexandre ist noch einmal descansar angesagt, bevor der Kleinbusfahrer klingelt und uns zum Flughafen bringt. In Floripa regnet ist, und es ist merklich kälter.

Blick von der Serra

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