Für drei Tage haben wir Ângelas Auto gemietet, und zusammen mit Forsti und Conny fahren Franziska und ich heute in die Serra Gaúcha. Zum ersten Mal wird heute mein neuer Lonely Planet zum Einsatz kommen, der im Paket war, das vor ca. einem Monat ankam. Alle anderen Reiseführer taugen höchstens etwas für Leute, die in den Sommerferien in Brasilien Urlaub machen und in höherklassigen Hotels unterkommen. Wer aber mit studentischem Budget ein Jahr lang Brasilien bereist, wird um einen Lonely Planet (oder um die neu erschienende deutsche Variante ReiseKnowHow) nicht herumkommen.
Bis kurz vor der Grenze zu Rio Grande do Sul, dem südlichsten brasilianischen Bundesstaat, bleiben wir auf der gut ausgebauten Hauptstraße an der Küste entlang. Dann biegen wir ab, und schon nach wenigen Kilometern hört der Asphalt auf.

Eine Erdstraße führt die Berge hinauf

Grenze zwischen Santa Catarina und Rio Grande do Sul

Der Palio am Gipfel
Fahrerin Franziska und ihr unerschrockener Fiat Palio bewältigen eine steile Bergstraße. Je weiter wir nach oben kommen, desto steiler und nebliger wird es, und als wir die Grenze zum Gaúcho-Bundesstaat überqueren, ist die Sichtweite nicht viel weiter bis über die Motorhaube hinaus. Irgendwann kommen wir in unserem Tagesziel Cambará do Sul an. Hier gibt es immerhin Kopfsteinpflaster auf den Straßen, wenngleich die Stadt an eine kalte Westernstadt erinnert. Wir kommen in einer familiär geprägten Pousada unter, und lassen uns vom Familienvater ein Restaurant empfehlen, nachdem wir nur verstaubte und wenig Vertrauen erweckende Lancherias (so heißen Lanchonettes bei den Gaúchos) entdeckt hatten. Das Restaurant, O Casarão, liegt etwas versteckt, und wir haben in der nebligen Atmosphäre ein wenig Mühe, es in den dunklen Straßen zu finden. Innen erwarten uns eine schöne Einrichtung, beste Atmosphäre, und ein Buffet für 13 Reais. Von Linsensuppe über selbstgemachte Maccharoni bis zum Flugsaurier (Forstis Bezeichnung für ein Hünchenschnitzel auf meinem Teller) ist alles dabei.

Für dieses Essen bezahlten wir zu viert etwa 20 Euro incl. Wein und Saft
Auf dem Rückweg war es mächtig kalt geworden, außerdem stellte ich fest, dass meine Schuhe und deren Sohle sich in den nächsten Tagen trennen werden.