Heute ist Immatrikulation für alle Studienfächer für Ausländer. Für jedes Fach gibt es eine bestimmte Anzahl von Plätzen, die Brasilianer haben sich elektronisch vor Semesterbeginn eingeschrieben. Ausländischen Studenten werden einige Plätze reserviert, hier muss die Immatrikulation jedoch manuell an jeder Fakultät erfolgen. Ich belege Kurse an der Wirtschaftsingenieur-, an der Maschinenbau- und an der Informatikfakultät. Will sagen: Ich muss heute in drei Prüfungsämter rennen, und mich dort jeweils einschreiben. Da ich aber die Namen meiner Kurse kenne, weiß wann sie liegen und welchen Fächercode sie haben, geht das für mich relativ einfach. In der Schlange vor treffe ich einige unvorbereitete Portugiesen, die gerade feststellen, dass die Kurse, die sie belegen wollen, auf dem gleichen Termin liegen. Wer als Portugiese sein Auslandssemester in Brasilien macht, denkt natürlich ungefähr genauso weit wie ein Deutscher, der nach Österreich geht.
Am Nachmittag kaufe ich mir neue Schuhe, was mit einigen Verständnisschwierigkeiten verbunden ist: Als ich sage, ich benötige das von mir ausgesuchte Paar in Tamanho 44 oder 45, sind die Augen der Verkäuferin groß: So große Schuhe würden sie nicht führen, ihr größtes Paar sei 42. Nach kurzen Erklärungsversuchen haben wir dann herausgefunden, dass die brasilianischen Schuhgrößen minimal anders sind, und Tamanho 42 in Brasilien etwa Größe 44 in Europa entspricht. Offenbar hat der gemeine Brasilianer aber tatsächlich auch kleinere Füße, denn sonst würde es nicht bei meiner Größe aufhören. Selbst mein favorisiertes Paar hat sie nicht da, genauer gesagt muss sie lange suchen, bis sie ein Paar in 42 findet.
Abends kochen Franziska und Conny, und später treffen wir und noch mit Jürgen in einer Lanchonette im Zentrum.
