Mit zweistündiger Verspätung kommt der Bus in Foz an, und wir begeben uns zunächst einmal in die Pousada da Laura, die wir ja schon von unserem Osterurlaub kennen. Nach einer Stunde descansar sind wir zum Wasserkraftwerk in Itaipú aufgebrochen, wo ich vorher eine technische Führung für Ingenieurstudenten bestellt hatte. Also nahmen wir nicht den großen Touri-Bus, sondern einen klimatisierten Kleinbus, der uns zum Staudamm brachte. Dort erklärte uns die Führerin einmal die technischen Dimensionen: Stahl von 400 Eiffeltürmen, Beton von 15 Eurotunneln, Staudammhöhe 196 m und –länge knapp acht Kilometer. Der dahinter liegende Stausee fasst 29 Millionen Kubikmeter Wasser bei einer Wasserfläche von etwa 1400 km². Der Stausee speist die 18 Turbinen, jede von ihnen wird über ein 10,5 m dickes Fallrohr, welches einen Höhenunterschied von 120m überwindet. Zurzeit werden zwei weitere Turbinen installiert, die einspringen sollen, während andere Turbinen gewartet werden.

VW Bulli im Gößenvergleich zu einem Fallrohr

Bauarbeiten im Kraftwerk für Turbine 20
Die Gesamtleistung von 12,6 Gigawatt (oder 108 Terawattstunden im Jahr) entspricht etwa 2/3 der Leistung aller deutschen Atomkraftwerke zusammen (habe ich gerade durch Wikipedia-Recherche ausgerechnet). Die eine Hälfte der Turbinen erzeugt den Strom mit 50 Hz für Paraguay, die andere Hälfte mit 60 Hz für Brasilien. Tja, und damit erzeugen sie 90% der Leistungsaufnahmen Paraguays, und 25% des brasilianischen Energiebedarfs. Aufgrund des binationalen Vertrages kann jedes Land überschüssige Energie an das Partnerland verkaufen. „In der Realität sieht es dann so aus, dass eine Turbine bereits den Energiebedarf Paraguays erzeugt, und Paraguay dann die erzeugte Energie der übrigen acht Turbinen nach Brasilien verkauft.“, merkt die Führerin an.
Wir können ins Kraftwerk hineinsteigen, aber viel zu sehen gibt es nicht, und sooo interessant ist die technische Führung dann leider nicht, außer dass alles wirklich riesengroß ist.
Zurück in Foz, wollten wir eigentlich mit Steve und Kathrin schön essen gehen, aber Steve und Kathrin geht es nicht gut, nachdem sie gestern in einem schlechten Pizza-Rodízio waren. So packt Franziska die Durchfall- und Übelkeit-Tabletten ein, wir liefern diese in der Krankenstation im San-Remo-Hotel ab und gehen Chinesisch essen. Was übrigens wirklich gut schmeckt.
