Semana da Produção

Ich konnte nicht so besonders gut schlafen im Bus, dennoch bin ich entgegen aller Erwartungen nicht soo sehr kaputt. So kann ich mir zunächst das Wahlergebnis der Bundestagswahl vor Augen führen, und endlich habe ich mal wieder mit „Monitora vai embora“-Vera in Leipzig telefoniert. Abends beginnt die Semana da Produção, die vom SWING-ähnlichen Studentenverein PET Produção veranstaltet wird. Es gibt eine Woche Firmenvorträge, Fallstudien, Mittwoch gibt es Rekrutierungsveranstaltungen verschiedener Firmen – wir sind gespannt.

Fábio als Organisationschef eröffnet und bedankt sich bei Sponsoren, Vortragenden und der UFSC, und los geht’s mit dem ersten Vortrag: „Estrategias na implantação de novos produtos“ (Strategien bei der Einführung neuer Produkte), gehalten von niemandem geringeren als Celso Placeres, dem Chef des größten VW-Werkes in Brasilien, welches in Anchieta im Bundesstaat São Paulo liegt. Dort werden neben den Volumenmodellen Gol, Santana und Parati auch noch der Uralt-VW-Bus aus den Siebzigern und der Polo gebaut. „Den Polo in Brasilien zu bauen, war eine strategische Fehlentscheidung. Ein viel zu teuer ausgestattetes Auto.“


Der Kombi wird auf der brasilianischen VW-Internetseite noch beworben.

Der Vortrag ist unheimlich gut, die PowerPoint-Präsentation enthält viele englische, wenige portugiesische und ein paar deutsche Folien. Er zeigt auch das Video eines Crash-Tests, und lacht: „Die Deutschen müssen ein Auto erst vor die Wand jagen, um zu kontrollieren, dass es gut ist.“ Und um die Qualität der Herstellertests zu überprüfen, gebe es in Deutschland zusätzlich noch die Crash-Tests der Revistas, der Automagazine. „Der Gol hat drei Sterne von fünf möglichen, das ist die Mindestzahl, um ein Auto in Deutschland auf dem Markt zulassen zu dürfen.“

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