Auf dem Weg nach Blumenau

Heute morgen kam Sandro, der Hardwaretechniker, vorbei und hat nun endlich die Netzwerkdose angeklemmt, so dass ich jetzt Internet auf der Arbeit habe. Es mussten noch einige Einstellungen vorgenommen werden, jetzt kann ich mich mit meinem eigenen Benutzernamen im Olsen-System anmelden, und das dauert seine Zeit, schließlich musste ich ihm die deutschen Bildschirmmeldungen erst einmal auf Portugiesisch übersetzen, und der Vormittag ging blitzschnell vorbei. Am Freitagmittag habe ich mir in der Mittagspause telefonisch ein Ticket für den Direito (Direktbus) nach Blumenau bestellt, sehr problemlos und das erste Mal, dass ich mit meinem guten Namen gezahlt habe. Problematischer wurde es dann, zur Rodoviária zu kommen: Zum Überstunden abbauen hatte ich etwas eher frei bekommen, leider ließ der ansonsten stets pünktliche Bus von Jardim Eldorado nach Florianópolis auf sich warten, da es ein Stau auf der BR-101 gab. So blieb mir nichts anderes übrig, als auf die andere Seite der Schnellstraße zu laufen und den Daumen herauszuhalten. Alle Autos fuhren vorbei, der Uhrzeiger ging auf 17 Uhr zu, um 17:45 Uhr sollte mein Bus abfahren. An einer nahe gelegenen Tankstelle habe ich dann aus Verzweiflung die Tankenden angesprochen, und hatte gleich beim ersten Auto Glück: Ein Pensionär und sein Sohn, die aus der Nähe von Brasilia kamen und in Palhoça zum Fischen waren, nahmen mich mit. Ich habe selten Personen in Brasilien getroffen, die ich so klar und deutlich verstehen konnte und mit denen ich mich auf Anhieb so flüssig verständigen konnte. Ein echter Glücksfall, dieses Tramperlebnis! Meinen Bus habe ich noch locker erreicht, und beschlossen, dass ich unbedingt mal nach Brasilia muss, nicht nur wegen der Architektur, sondern wegen der flüssigen Aussprache.
Somit hatte ich noch etwas Zeit an der Rodoviária, und habe erstmals meine Prepaid-Karte aufladen müssen, was mit einiger Hilfe des entspannten Kioskbesitzers auch geklappt hat. Leider verpasse ich heute die Abschiedsparty von Juliane, die in Lagoa de Conçeião heute ihren Ausstand feiert und morgen wieder zurück nach Deutschland fliegt. Que pena! = wie ärgerlich.
Dafür treffe ich mich abends mit Steve und Christian in Blumenau, die mich in den Biergarten „Eisenbahn“ lotsen wollten. Leider heißt der Biergarten „Biergarten“, und Eisenbahn ist die Blumenauer Brauerei, so dass ich beim Durchfragen doch einigermaßen auf Probleme stoße. Egal, nach einigen Busrunden treffe ich die beiden dann eine Kneipe weiter, in der Tulga gegenüber der Kathedrale. Steve hat bereits ein Zimmer im Backpackers-„Hotel Hermann“ gebucht, und nachdem wir dann noch einmal kurz im Biergarten waren, sind wir dann auch ins Hotel. Das war auch im Nachhinein betrachtet besser so, denn es sollte uns ein spannender Samstag erwarten.


Hotel Hermann: Ausnahmsweise mal ein wirklich historisches Fachwerkhaus

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