Am nächsten Morgen weiß er von alledem natürlich nichts mehr, als ich ihm am Frühstückstisch von den Ereignissen der letzten Nacht berichte. Nach dem Frühstück machen wir noch etwas descansar, da wir erst um 11 auschecken müssen. Christian fällt in mein Bett – da kann man mal sehen wie gut der sich selbst heute Morgen noch fühlen muss.

MMG beim Friseur
Auf dem Weg zum Neumarkt Shopping Center, wo wir uns mit Steve treffen wollen, kommen wir an einem Friseurladen vorbei, und denken beide: Ja, das müsste bald sein. Steve sieht das nicht so, erklärt sich aber gern bereit, mitzukommen. Im Neumarkt gibt es zwar auch einen Friseur, der ist uns aber mit 28 Reais zu teuer. In dem kleinen Laden, wo 4 Friseure arbeiten und Männer zwischen 20 und 60 Jahren im Zwanzigminutentakt abfertigen, zahlt jeder 10 Reais. Perfekt.

Haarewaschen kostet nicht unbedingt mehr: Christian
Ich kaufe mir in einem Kiosk in der Stadt noch ein Ticket für einen Semidireito heute Nachmittag, wir lernen unser erstes Kilorestaurant kennen, in dem es nicht schmeckt (wenngleich es Buffet livre mit Suco und Sobremesa für 5,50 Reais gibt).
Ich versuche noch Edgar zu erreichen, es ist aber heute Pfarrfest in seiner Gemeinde, wo wir dann einfach auf Gut Glück hingehen. Es war aber schon am Nachmittag, da war da eher weniger los und Kinderprogramm. Dennoch qualmten die Churrascoöfen aus allen Rohren, wie es Edgar uns prophezeit hatte. Edgar mache wohl gerade descansar, Steve und Christian bleiben noch da. Ich mache mich auf zur Rodoviária (auch hier: alles voll. Vor drei Wochen war da kein Mensch) und fahre zurück nach Florianópolis.
Zu Hause angekommen sind die Vorbereitungsarbeiten für den sonntäglichen Festtagschmaus bereits in vollem Gange. Es wird Feijoada geben, welches schon in großen Drucktöpfen vor sich hin kocht. Alicia, eine Freundin aus der Studentengemeinde, hilft mit, ich bediene die Knoblauchpresse, wasche ab, sammle mit Luiz Zubringerprodukte von anderen Leuten, die auch am Kochen sind, ein, und irgendwann ist es schon Mitternacht, als ich müde von der Reise und etwas erkältet von der Busklimaanlage ins Bett falle.
