Wohnungssuche die erste oder Wo bitte finde ich die Apotheke?

Leider hatte ich auf der Arbeit vergessen, mir die Handynummer eines Studenten aufzuschreiben, der ein Zimmer in seiner WG vermietet. Also habe ich dann in der UFSC mein Notebook in der Bibo aufgeklappt und nicht schlecht gestaunt, dass mein Tischnachbar ein deutsches Notebook mit deutschem Windows vor sich hatte: „Hey, bist Du ein Deutscher?“ frage ich. Nein, Vilson ist Brasilianer und Deutschlehrer, war bis vor kurzem für ein Jahr in Leipzig und spricht beinahe akzentfrei Deutsch. Falls ich nach meiner Wohnungsbesichtigung noch Zeit hätte, lädt er mich ein, noch in seiner Deutschstunde vorbeizuschauen.
Nun, die Wohnung war ein Flop, so ein paar schnoddrige Maschbauer mit illegal angezapftem Internet vom Nachbarn. So finde ich mich kurze Zeit später im Centro de Comunicação e Expressão, Sala 206 wieder, wo eine Handvoll Brasilianer, vom Maschinenbauer bis zum Wirtschaftsingenieur, gerade für das nächste Unibral-Programm lernen. Auf dem heutigen Stundenplan stehen Übungen zu Wegbeschreibungen auf Stadtplänen. Vilson hat einen kleinen Stadtplan auf die Tafel gemalt, und so heißt es durchfragen: Wo befindet sich die Apotheke? Immer geradeaus, und an der zweiten Kreuzung nach rechts in die Hauptstraße einbiegen.
Das war lustig, ich habe mich nützlich gemacht und Vokabeln an die Tafel geschrieben, hin und wieder nach dem Weg fragen müssen, und am Ende ein wenig erläutert, warum es in Deutschland den Buchstaben ß gibt. Auf dem Nachhauseweg habe ich mit zwei Studenten noch Palavrãos, Schimpfwörter ausgetauscht und bin ich sicher, dass ich dort noch einmal vorbeischauen werde.

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