Nach dem hastigen Frühstück in Christians Gastfamilie bringt uns der Gastbruder in die Stadt, und an der Rodoviária geht’s in den Pinga-Pinga, den Bummelbus nach Jaraguá. Für die 70 km braucht der mehr als 1,5 Stunden und hält an jeder Landbushaltestelle. Nach der Ankunft in Steves Wohnung, er wohnt mit Ricardo, einem weiteren WEG-Mitarbeiter zusammen in einer WG, machen wir uns nach einer Zwischenstation in einer Lanchonette auf den Weg zum Treffpunkt mit Wilson Bruch. Bruchi, so wird er hier ausgesprochen, ist ebenfalls ein Kollege von Steve und ehrenamtlicher Organisator des Jaraguáer Schützenfestes.

Bruch und Steve
Dahinter stehen einige Vereine, und Bruch engagiert sich im größten dieser Vereine, dem Clube Atlético Baependi. Es ist eine Mischung aus Karnevals- und Sportverein mit eigenem Stadion und Schwimmbad, und einem riesengroßen edlen Vereinshaus, wo heute eine vereinsinterne Feier stattfinden wird. Bruch hat uns eingeladen, und wir sind dabei. Zuerst gibt es einen Festumzug durch die Stadt, das ganze erinnerte etwas an eine Burschenschaftsprozession. In der Sociedade angekommen, gab es reichlich zu Essen und zu trinken. Dann kamen die Ehrungen für die besten Vereinsportler des Jahres, von Schwimmern, Keglern, Tischtennisspielern bis Schützen. Natürlich durfte dort unserer Schützenmeister, das ist der Titel von Bruch, auf dem Podium nicht fehlen. Schließlich wurde noch eine Misswahl durchgeführt, leider waren nur wenige junge Leute da. Dafür sprachen alle älteren fließend Deutsch. Ganz besonders für sie hat Christian dann noch mal seine Trompete hervorgeholt, als die Band schon Feierabend gemacht hatte. Bei der Band lief alles immer irgendwie auf „Anton aus Tirol“ hinaus, ähnlich wie Gitarrenspieler, die in ihre Konzentration auf die Basisakkorde von „Nothing else matters“ herunterfahren.

In der Band hatte Christian zuvor auch schon kräftig mitgetrötet.
Mit irgendeinem betrunkenen Rechtsanwalt haben wir dann im Schneckentempo Carona genommen.
