Da wir zwangsweise heute Abend um 18:00 Uhr mit dem Bus zurück nach Campo Grande fahren müssen, nehmen wir die frühe Tour der Jugendherberge zum Tauchen im Rio da Prata . Um kurz nach sieben steht ein Sprinter vor der Tür, und fährt uns mit unserem Führer Márcio an den eine Stunde entfernten Rio da Prata. Dort wechseln wir auf Neoprenanzüge, Schnorchel und Taucherbrillen, müssen in voller Tauchermontur einen kurzen Fußmarsch durch den Wald absolvieren. Márcio ist ziemlich lustig, und erklärt einige Schoten aus seiner Zeit als Bundespolizist: „Brasilien hat sehr strenge Umweltgesetze: Wenn mich jemand töten würde, würde er sich freikaufen können, korrupte Politiker, ihr wisst wie das ist. Für die Tötung eines Aras oder eines Leguans muss der Schuldige aber mindestens 20 Jahre hinter Gitter…“
Endlich an einer ruhigen Stelle des Flusses angekommen, steigen wir zum ersten Mal ins Wasser – und sind überwältigt von der Schönheit der Unterwasserwelt. Es gibt unterirdische warme Quellen, die den Bach vom Quelltopf an ganzjährig angenehm warm halten. Márcio entdeckt unter Wasser noch ein gut getarntes Krokodil, an dem wir alle vorbeigeschwommen wären, und wir lassen uns etwa eineinhalb Stunden lang mit bunten Fischen durch den Fluss treiben, bis wir am Ausstiegspunkt angelangen.

Der am Ausstiegspunkt wartende Lakaie hatte wahrscheinlich zum ersten Mal einen Fotoapparat in der Hand…
In der Fazenda gibt es dann noch ein üppiges Mittagessen, und auf der Rückfahrt zur Jugendherberge findet Márcio am Straßenrand eine sportliche Radkappe: „Faltam ainda mais três para o meu carro!“, lacht er, als er mit Radkappe wieder einsteigt: Jetzt fehlen nur noch drei weitere für sein Auto. Scherzkeks.
Zurück in der Jugendherberge nutzen wir kurz das dortige Internetcafé, und ich kann meinem Vater wenigstens per Mail zum Geburtstag gratulieren, für Skype mangelt es an Headsets. Bei warmen Kakao aus der Küche vergeht eine weitere Stunde bis zur Abfahrt des Busses nach Campo Grande wie im Fluge, und auf der Busfahrt schlafe ich die meiste Zeit.

Rodoviária von Bonito: Geteerte Straßen, was ist das?
Spät abends kommen wir in Campo Grande an der Rodoviária an, bleiben noch auf ein paar leckere Säfte in einer Lanchonete hängen, bevor wir mit dem letzten Bus zum Flughafen herausfahren.
