Nach der Vorlesung Engenharia de Software habe ich im Copyshop die Bewerbungen der Unibral-Kandidaten jeweils fünf Mal ausdrucken lassen, denn heute Abend steht einer der Höhepunkte der Semana da Produção an: Firmenvorträge und Einstiegsmöglichkeiten als Praktikant. Während des Ausdruckens schneie ich noch bei Profa. Leila im Büro vorbei, die sich wenig Hoffnung mit den Bewerbungen macht: „Es läuft doch eh alles über Kontakte.“
Abends gibt es dann die Vorträge, den Anfang macht der Lebensmittelhersteller Bunge, danach kommt der Hausgerätehersteller Multibras sowie der Kompressorenhersteller Embraco. Embraco liefert die Kompressoren für Multbras-Kühlschränke, und produziert in Joinville ungelogen einen Kompressor pro Sekunde. Da kann Intelbras, der Telefonhersteller, den ich einmal mit Hélvio besichtigt habe, natürlich nicht ganz mithalten, aber Personalchefin Valdirene ist bestens gelaunt: „Bei den ganzen Unternehmen können wir natürlich nicht mithalten. Aber wir liegen fast am Strand, nach Feierabend nehmt ihr den Firmenbus nach Lagoa de Conceição, und dann ab aufs Surfbrett!“. Applaus. Der Inhalt der Unternehmensvorstellung geht dann fast in brasilianischen Surfträumen von besserem Wetter unter. Den letzten Vortrag hält ein Vertreter des Volkswagenwerkes im Bundesstaat São Paulo, der über das internationale VW-Traineeprogramm berichtet: „Ihr braucht Top-Englischkenntnisse, nur dann habt Ihr die Chance, während Eurer Laufbahn auch in Deutschland eingesetzt werden zu können!“
Am Ende drücken Franziska und ich den Firmenvertretern die ausgedruckten Bewerbungen der neuen Kandidaten in die Hand, sammeln fleißig einige Visitenkarten, und hoffen auf positive Reaktionen…
