Ostern in Paraguay

Der heutige Tag ist schon mal gar nicht in die Gänge gekommen. Da habe ich mir beim Hängematting zunächst einmal von Laura eine Geschichtsstunde zum Thema Foz angehört:
Den westlichen Teil des heutigen Bundesstaates Paraná haben die Brasilianer während des Paraguaykrieges (1864 – 1870) erobert, und zur Grenzsicherung wurde beschlossen, nahe des neuen Dreiländerecks eine Militärkaserne zu errichten, welche bis heute mitten in Foz de Iguaçu steht. 1914 wurde die Stadt gegründet, ist aber erst seit Mitte der 1970er Jahre stark gewachsen, als das Kraftwerk gebaut wurde. Dementsprechend hässlich ist die Stadt, die heute hauptsächlich vom Tourismus lebt.
Zuerst waren wir in einem Supermarkt. Die riesengroßen Schokoladenostereier, die in den letzten Wochen überall in den Supermärkten hingen, gibt es jetzt zu Spottpreisen.


Markus einige Tage zuvor im Beira-Mar Supermarkt: Die tieffliegenden Ostereier hängen an extra aufgebauten Gestellen, es wird regelrecht dunkel in den Gängen. Fotographieren ist streng verboten. Dumm nur, dass genau beim Abdrücken ein Wachmann links im Hintergrund vorbeilief und zwei Sekunden irgendwas mit „Amigo, não tire fotos“ babbelte.

Ansonsten steht für den heutigen Tag Paraguay auf dem Programm. Wenn man schon mal am Dreiländereck ist, und Foz näher an Paraguay liegt als an Argentinien, dann sollte man ja auch mal Paraguay sehen. Bei den Brasilianern hat Paraguay in etwa das Image, welches die Deutschen von den Polen haben. Dennoch geht man gern in Paraguay einkaufen, gibt es doch Fernseher und andere technische Geräte hier um einiges günstiger.
Leider nicht am Ostersonntag. Denn alle Geschäfte in der Cuidade del Este (der paraguayische Teil von Foz) haben geschlossen. Im Stadtbus haben wir jedoch eine andere Studentenreisegruppe (eine Deutsche und ihr französischer Freund (der schon mal in Ilmenau war, Wahnsinn) sowie eine Finnin) kennen gelernt, die auch mal so eben schnell rüber wollten. Da es jedoch in Paraguay dreckig war und gestunken hat, sind wir ziemlich schnell zurück, haben bei Laura unsere Sachen eingepackt und ab zur Rodoviária Richtung Floripa.
Der Reisebus kam, wir waren jedoch die einzigen, die mitfuhren: Jeder Brasilianer dürfte gewusst haben, dass es ein unbequemerer Bus war, der an „jeder Cola-Dose“ anhält (Zitat von Cássia).

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