Trilha de Costa da Lagoa

Schon seit einiger Zeit stehe ich auf dem Mailverteiler für Wanderausflüge der Studentengemeinde, aber irgendwie hat es bisher nie klappen wollen vor lauter Ausflügen gen Blumenau etc. Da ich aber an diesem Wochenende zu Hause geblieben bin, um etwas auszuspannen und um mich von meiner Erkältung zu erholen, musste Tourorganisator Fabrício gestern in der Pipa keine große Überzeugungsarbeit leisten: Also stehe ich pünktlich um 8:30 Uhr morgens am Busbahnhof TITRI.


TITRI und Radler auf der Beira Mar

Auf meinem Weg komme ich über die Avenida Beira Mar: an einem Sonntagmorgen ist die 2×3-spurige Küstenstraße aber keineswegs menschenleer, sondern ein Paradies für Läufer, Radfahrer und Rollschuhfahrer, die es im fitnessverrückten Brasilien zu Haufe gibt. Autos fahren nur vereinzelt. Unser heutiges Fitnessprogramm lautet nach einem Umstieg am TILAG und dem Erreichen der Endhaltestelle des Busses nach Costa de Lagoa: Wir laufen nach Costa de Lagoa. Denn der Bus fährt nicht wirklich in den Ort, weil Costa de Lagoa nicht ans Straßennetz angeschlossen ist, sondern nur zu Fuß oder übers Wasser erreichbar ist. An der Endhaltestelle (Ponto Final), eigentlich am Ortsrand von Lagoa de Conceição, hört die Straße auf, und ein Naturpark beginnt. Zwar sind es nur 7 km bis Costa de Lagoa, aber es geht über Stock und Stein, vorbei an verlassenen Mühlen und zerfallenen Villen aus der Zeit der Kolonisation durch azorische Einwanderer (ca. 1780). 225 Jahre alte Häuser sind für Brasilianer eine echte Attraktion. Die eigentliche Anstrengung war nicht die Distanz, sondern die Hitze, auch mitten im Herbst können es schon mal 34°C werden…
Wir passieren einige Siedlungen, meistens reiche Villenviertel, die ihren eigenen Hafen an der Lagoa haben, und erreichen schließlich einen Wasserfall. Oh, cataratas, sage ich, das kenne ich ja schon aus Foz de Iguaçu. Nein, klären mich die Brasilianer auf: cataratas sind Riesenfälle, sowie in Foz oder in Niagara, aber das hier, dieser kleine Wasserfall, das sei nur ein cachoeira. Jedenfalls sind wir natürlich hochgeklettert und haben eine wunderbare Aussicht über die gesamte Lagoa genossen. Nach einem Aufenthalt an einem Steg sind einige Leute schwimmen gegangen, und dann haben wir auch irgendwann den letzten Ortsteil erreicht, sozusagen Ponto Final für das Fährschiff. Die letzte Stunde haben wir dort in der Kneipe gewartet, und hätten fast unseren Bahiano (Person aus Bahia, die Kollegen mit dem Karneval das ganze Jahr über) vergessen, der seine beiden letzten Bierchen dann auf dem Steg herunterschlingen musste. Sehr eindrucksvolle Bilder dieser Aktion und weitere Bilder von der Rückreise auf dem Boot, von den cachoeiras und sonstigen Erlebnissen dieses Tages rechtfertigen auf jeden Fall das Anlegen einer…

Zu Hause angekommen, hatten Luiz und Michelle „Bridget Jones 2“ aus der Videothek ausgeliehen. Wir einigen uns auf die Variante Englisch mit legendas portuguesas, so bessern Luiz und Michelle ihr Englisch auf und ich lese Portugiesisch. Wäre der Film besser gewesen, hätte ich ihm mir sicherlich noch einmal auf Portugiesisch angeschaut, aber so sehr mein Fall war er dann auch nicht. In der Kirche habe ich die Trilheiros (Wanderer) dann wieder getroffen, da hatte ich schon fast meine Galerie hochgeladen.

Eine Antwort auf „Trilha de Costa da Lagoa“

  1. Ey Ey Ey, der Marcus in Brasilien, wunderschöne Bilder von Wanderungen, und bei den Frauen auf den Fotos könnte man glattweg neidisch werden *gg* Aber zum Glück bin ich ja grad nich in Ilmenau, da passts dann wieder 🙂

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