Besuch bei Olsen

Eigentlich wollte ich ja den Direktbus direkt morgens um 7:30 Uhr vom TICEN nehmen, aber irgendwie bin ich doch wohl etwas länger im Bett geblieben, so das ich mit einem Tingelbus durch São José fahre, und erst gegen 9 Uhr bei Olsen ankomme. Von Personalchef Névio erhalte ich mein Geld für den letzten Monat, und meine Überstunden werden mir sogar ausgezahlt. So erhalte ich ein paar Reais mehr als ich erwartet habe, von einem Geldsegen kann man aber keinesfalls sprechen: Es sind 2,50 R$ pro Stunde…
Helvio hat meinen Praktikumsbericht noch auf seinem Tisch liegen, und natürlich noch nicht gelesen. Aber er nimmt sich sofort Zeit, plaudert noch ein bisschen und ist in bester Freitagslaune. Meine Feststellung im Fazit des Berichtes, die ich nach dem deutschen Sprichwort „Die Glühbirne wurde nicht durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kerze erfunden“ ins Portugiesische übersetzt habe, notiert er sich aus meinem Bericht auf die erste Innenseite seines Terminkalenders: „A lampâda elétrica não foi inventada pelo desenvolvimento contínuo da vela“.
Mein Bewertungsbogen, mit dem das Unternehmen auf einem UFSC-Formular die Leistungen des Praktikanten mit Noten zwischen 1 und 10 bewertet, fällt durchweg zwischen 9 und 10 aus. 10 ist die beste Note, so dass ich auf einen Mittelwert von 9,5 komme.
Alles beleza. Ich mache mich auf den Rückweg, wieder gibt es keinen Direktbus, und erst recht keinen Claudio, bei dem ich Carona nehmen könnte. Also muss ich wie an den ersten beiden Arbeitstagen bei Olsen mit dem Bus zurückfahren. Der Slum, durch den der Bus fährt, ist etwas größer geworden, prompt wurde die Busline erweitert, so dass ich geschlagene 1h 20 min zum TICEN brauche, dort in einen UFSC Semidireito springe und beinahe pünktlich zum Mittagessen mit Franziska, Steve, Rebecca, Jürgen, und den Neuankömmlingen aus Blumenau, Forsti und Conny, in einem verabredeten Kilorestaurant eintreffe.
Nach dem Mittag versuche ich mit Franziska Schuhe für die morgige Wanderung zu finden, aber weder im Beira-Mar Shopping Center noch im Camelodromo (ein anderer Name für den Mercado Público im Zentrum finden wir etwas passendes, so dass für die Wanderung morgen wohl Franziskas gute Schuhe herhalten müssen. Was solls, regnen wird’s eh nicht, denn das Wetter ist seit Tagen allerbest. Abends treffen wir uns noch kurz mit Steve, Forsti, Conny und Jürgen in der Lagoa. Sie hatten den Tag bereits am Strand verbracht, und sind einigermaßen cansado. Da bis auf Jürgen morgen alle wandern werden, machen wir uns einen ruhigen Abend.

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