Autobahn, bring mi haam

Markus und ich repräsentieren ja sozusagen die Küstenkinder unter uns Austauschstudenten. So gelang es uns heute, früh aufzustehen, schließlich wollten wir bei diesem schönen Tag noch mal in Floripa an den Strand. Wir erwischten nicht nur einen Direito nach Florianópolis, sondern auch zwei der vorderen Plätze in der oberen Busetage. Ein perfekter Ausblick, um ein paar Fotos von allen Weichenstellern zu machen, die sich so auf einer Autobahn herumtreiben.


Müllsammler in Balneário Camboriú


Fußgänger in Balneário Camboriú


Kleine Zwischenräume im Mittelstreifen ermöglichen es Fußgängern und Radfahrern, die Autobahn zu queren.


In dieser Siedlung haben sich die Einwohner mal an einer Fußgängerbrücke versucht (hier gibt es ja auch keine Zwischenräume im Mittelstreifen) – scheiterten allerdings wohl schon vor einigen Jahren…


Einfahrt nach Floripa über die Zubringerautobahn auf Continente


Ab auf die Insel

Wir kamen bereits um 13 Uhr in Floripa an, und die Verabredung lautete: Nach Hause, umziehen, ab an den Strand, frühstmögliches Treffen am TILAG.
Markus hatte es aber offenbar nicht so eilig, so bin ich schon mal vorgefahren, nachdem ich schon einen weiteren Bus am TILAG abgewartet hatte, um wenigstens noch ein paar Sonnenstrahlen zu genießen. Als Markus ankam, ging die Sonne schon fast unter, es wurde kalt, also ab nach Hause.

São Francisco do Sul

Heute ist auch Markus wieder dabei, und so geht es mit dem Bus gemeinsam nach São Francisco do Sul, der drittältesten Stadt Brasiliens.


Eine renovierte Straße in São Francisco do Sul

Nach dem Ausstieg aus dem Bus mussten wir einen stehenden Güterzug überqueren, um zum historischen Zentrum zu gelangen, der dann plötzlich anfuhr. Das historische Zentrum bedarf einiger Restaurationsarbeiten, vieles ist zerfallen, wenig ist zu retten, zeugt aber von vergangener Pracht. Es gibt ein Programm, einen Straßenzug zu renovieren, und in einem renovierten alten Hafenteil ist das Meeresmuseum eingezogen, welches wir besichtigt haben. Es zeigt jedoch eigentlich nur Boote, von verschiedenen Indianerflößen bis zum Fischkutter und Phantasiemodellen von Koggen. Will heißen: So’n Hit war es nicht. Unterdessen waren wir noch essen, und haben uns dann auf den Rückweg gemacht. An einem anderen Bahnübergang kam wieder ein Güterzug, und da er nur mit Schrittgeschwindigkeit fuhr, hieß es: Aufspringen und Überqueren.


Der Zug fuhr nur mit Schrittgeschwindigkeit: Also Steve, aufspringen und rüber.

Nach einer Stunde descansar in der Posada haben wir uns abends noch mit Anne getroffen, die einen wirklich guten Mexikaner kannte (ein Restaurant – keine Person, aber wer weiß…?). Zweifelsohne das beste Restaurant, wo ich bisher in Brasilien war – leider lag es ein wenig außerhalb, so dass wir schon ein paar Kilometer zu laufen hatten.
Nach einer Zwischenstation in einer Kneipe beim Müller Shopping ging es zurück in die Pousada.

Joinville

Am Freitag habe ich wieder bei Wanderlei Carona nach Joinville genommen, wo ich mich mit Christian und Steve wieder in der Pousada Schulz getroffen habe. Wir haben auch Anne wiedergetroffen, die ja in Joinville arbeitet. Zusammen waren wir in der Rutana, wo ich mit Steve schon eine Woche zuvor war, heute aber nichts los war.

Praktikumsbergfest

Habe auf der Arbeit die ganze Woche gezeichnet, und Zeichnungen abgeleitet und detailliert. Der Desbobinador ist in Bau, eine Sägevorrichtung für Drehteile fast fertig, und am Dienstag war der letzte Arbeitstag für Silvia, die in ein Unternehmen für Arbeitssicherheit wechselt. Somit verliert der Olsen-Mitarbeiterverein seine fleißigste Kraft! Es gab noch mal eine Palette salgados, die frittierten Häppchen, und Kuchen. Tja, auch für mich ein Grund zum Feiern: Das Praktikum ist schon zur Hälfte vorbei.
Ihr erinnert Euch an mein Vale Transporte, die Buschipkarte? Richtig, das System, wo die Brasilianer weiter sind als die Deutschen. Diese wurde am Mittwoch, dem Monatsersten, automatisch aufgeladen, als ich sie zum ersten Mal benutzt habe. Kein Aufwand für die Arbeiter, wenig Aufwand für Unternehmen und die Busgesellschaft.
Es gibt übrigens immer noch Proteste von Studenten gegen die Preiserhöhungen, die tagsüber friedlich und abends krawallartig verlaufen. Ich habe einige Bilder aus der Internetausgabe der Zeitung eingefügt: