{"id":75,"date":"2005-09-07T03:00:00","date_gmt":"2005-09-07T03:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ganseforth.org\/?p=75"},"modified":"2019-04-21T12:56:11","modified_gmt":"2019-04-21T12:56:11","slug":"am-brasilianischen-nationalfeiertag-auf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ganseforth.org\/?p=75","title":{"rendered":"Am brasilianischen Nationalfeiertag auf dem Weg ins Pantanal"},"content":{"rendered":"<p>Ich wache auf, als der Nachtdirektbus in die Rodovi\u00e1ria von Curitiba einbiegt, 5:35 Uhr. Bis kurz nach sechs m\u00fcssen wir in einem der weltbekannten Glasschl\u00e4uche auf einen Stadtbus warten, der uns zum Flughafen rausfahren soll, als ein lautes ger\u00f6llartiges Krachen die Stille unter den morgendlichen Pendlern unterbricht. \u201eParece um caminh\u00e3o que bateu \u00e0 ponte\u201c, sagt die Ticketverk\u00e4uferin der Bushaltestelle: H\u00f6rt sich an wie ein LKW, der gegen die Br\u00fccke gefahren ist. Keiner glaubt ihr. Aber sie muss es ja wissen, denn sie arbeitet ja jeden Tag dort. Und als wir im Bus sitzen, und der Bus um zwei Ecken gebogen ist, f\u00e4hrt unter einer alten Eisenbahnbr\u00fccke gerade ein LKW an, dessen Aufbau diagonal abgeknickt ist und somit quer \u00fcber der Stra\u00dfe h\u00e4ngt. Wohlgemerkt: Er f\u00e4hrt weiter. Die Augenblicke, in denen der Fotoapparat nat\u00fcrlich tief unten im Rucksack liegt\u2026<br \/>Auf dem Flughafen von Curitiba fr\u00fchst\u00fccken wir in einer Lanchonete, w\u00e4hrend wir auf den Flug nach S\u00e3o Paulo warten. Dort treffen wir auf dem im Nebel liegenden Inlandsflughafen Congonhas auf Steve und seine Freundin Kathrin, die gestern aus Deutschland gelandet ist. Mit ihnen geht zusammen geht es weiter nach Campo Grande, die Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso do Sul (s\u00fcdlicher gro\u00dfer Wald). Am Flughafen von Campo Grande erwarten uns mittags zwei Jungs von der Jugendherberge: \u201eWollt ihr noch eine Nacht hier in der Jugendherberge verbringen, oder heute schon ins Pantanal aufbrechen?\u201c Wir wollen nat\u00fcrlich keinen Tag verschenken, kaufen uns in Campo Grande noch H\u00fcte, Taschenlampen und Wasser, und schon wenig sp\u00e4ter sitzen wir im Sprinter der Jugendherberge, der uns ins drei Autostunden (etwa 250 km) entfernte Buraco dos Piranhas bringt. Zwischen Campo Grande und Buraco dos Piranhas gibt es etwa f\u00fcnf Ortschaften. In Buraco dos Piranhas, auf jeder Landkarte eingezeichnet, gibt es ein Forstamt, einen Kiosk sowie einen Richtfunkmasten. Mehr nicht. Aber von hier aus f\u00fchrt eine Erdstra\u00dfe ins Pantanal.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ganseforth.net\/brasil\/pantanal-pordesol.jpg\" \/><br \/><span style=\"font-style: italic;\">Sonnenuntergang \u00fcber den letzen H\u00fcgeln vor der Pantanal-Ebene<\/span><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ganseforth.net\/brasil\/jeepfahrt.jpg\" \/><br \/><span style=\"font-style: italic;\">Nach f\u00fcnf Minuten von drei Stunden Fahrzeit auf der Ladefl\u00e4che sehen J\u00fcrgen, Franziska, Steve, Kathrin und Rebecca noch nicht so sehr durchgesch\u00fcttelt aus.<\/span><\/p>\n<p>Ein Jeep wartet bereits auf uns, es wird dunkel, und auf der Ladefl\u00e4che fahren wir weitere drei Stunden immerhin 60 Kilometer weit ins Pantanal. Auf diesen 60 Kilometern fahren wir durch einen Ort, eine weitere \u201eSiedlung\u201c aus drei H\u00e4usern, an ca. 10 Bauernhofzufahrten vorbei \u2013 ansonsten: Nichts. Angekommen auf der einfach eingerichteten Lodge der Jugendherberge begr\u00fc\u00dft uns Pepino, und stellt sich als unser F\u00fchrer f\u00fcr die kommenden drei Tage vor. Es gibt ein einfaches Abendessen, danach wird der Generator ausgeschaltet und es geht ab ins Bett. Wir m\u00fcssen die Helligkeit nutzen f\u00fcr Ausfl\u00fcge, sagt Pepino, und morgen um sechs Uhr wird es hell.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wache auf, als der Nachtdirektbus in die Rodovi\u00e1ria von Curitiba einbiegt, 5:35 Uhr. 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