{"id":238,"date":"2005-03-05T02:39:00","date_gmt":"2005-03-05T02:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/ganseforth.org\/?p=238"},"modified":"2019-04-21T12:55:54","modified_gmt":"2019-04-21T12:55:54","slug":"florianopolis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ganseforth.org\/?p=238","title":{"rendered":"Florian\u00f3polis"},"content":{"rendered":"<p>Bem-vindo em Floripa! = Herzlich Willkommen in Florian\u00f3polis!<\/p>\n<p>Ja, wir sind alle gut angekommen. Auch wenn das mit dem Flug von Rio nach Floripa etwas problematisch war, weil: cancelado. Grund war auf Nachfrage: &#8222;Organisationelle Probleme.&#8220; Das glaube ich nicht unbedingt, denn es wollten nur 7 Leute nach Florian\u00f3polis, und daf\u00fcr w\u00e4re die Boeing wohl ein bisschen teuer gewesen, so dass wir einfach in einen sp\u00e4teren Flug eingebucht wurden. Resultat: Zwei zus\u00e4tzliche Stunden am Flughafen von Rio, wo irgendwie gar nichts los war.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kamen wir dann in Florian\u00f3polis an, wo uns Vera erwartete, mit ein paar Brasilianern. Koffer und Personen wurden auf zwei Autos verteilt und ab gings in die Stadt, erst einmal zu C\u00e1ssia, der Uni-Mitarbeiterin, die fast alles organisiert. Bei Ihr zu Hause gab es Mittagessen, und unsere Gasteltern haben uns abgeholt.<br \/>\nMeine Gasteltern sind Luiz und Michelle, die ein Einfamilienhaus in Santa M\u00f4nica (ein Stadtteil von Florian\u00f3polis) bewohnen, zusammen mit einem gro\u00dfen Sch\u00e4ferhund namens Dusty.<br \/>\nKinder haben sie nicht, ich wohne im Gaestezimmer mit eigener Dusche und Toilette, und es hei\u00dft: Der K\u00fchlschrank (com bebidas bem geladas = mit gek\u00fchlten Getr\u00e4nken) ist fuer alle da.<\/p>\n<table align=\"center\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\" class=\"tr-caption-container\" style=\"float: left; margin-right: 1em; text-align: left;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/lh5.googleusercontent.com\/-jiRswCDLpXQ\/TXlDFNd7yJI\/AAAAAAAAAcw\/vBPjBeDAdCs\/s1600\/P3050006.JPG\" imageanchor=\"1\" style=\"margin-left: auto; margin-right: auto;\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" border=\"0\" height=\"240\" src=\"https:\/\/lh5.googleusercontent.com\/-jiRswCDLpXQ\/TXlDFNd7yJI\/AAAAAAAAAcw\/vBPjBeDAdCs\/s1600\/P3050006.JPG\" width=\"320\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"tr-caption\" style=\"text-align: center;\">Michelle und Liuz<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Viel mehr habe ich nicht mehr mitbekommen, denn dann habe ich mich erst einmal schlafen gelegt. Danach habe ich gelernt, dass &#8222;tomar um banho&#8220; auf Brasilianisch &#8222;duschen&#8220; heisst, im Gegensatz zum Portugiesischen, wo es &#8222;tomar um douche&#8220; heisst. Und einen Schl\u00fcssel sowie eine Einweisung in die Bedienung der Hausarlarmanlage habe ich bekommen mit der Ma\u00dfgabe: Bleib so lange wie Du Lust hast, Du wei\u00dft ja wo alles ist und wie der Alarm funktioniert.<br \/>\nDanach bin ich mit dem Fahrrad (das mir Luiz und Michelle zur Verfuegung stellen) in den etwa 1km entfernten Stadtteil Trindade geradelt, wo sich die Uni befindet. Diese heisst &#8222;Universidade Federal de Santa Catarina&#8220;, abgekuerzt UFSC, gesprochen &#8222;Ufski&#8220;. Man beachte das &#8222;i&#8220;, welches omnipra\u00e4ent ist: Internetschi und Bushi.<br \/>\nIn der UFSC haben wir uns in C\u00e1ssias B\u00fcro mit der Sprachlehrerin M\u00e1rcia getroffen, die einen Einstufungstest gemacht hat. Wir sollten einfach ein bisschen auf Portugiesisch erz\u00e4hlen, was uns nach Brasilien treibt, was wir studieren, welche Sprachen wir noch sprechen, welche Zeitformen wir schon gelernt haben usw.<br \/>\nWir haben uns f\u00fcr die Kurse verabredet, die am Montag beginnen werden und haben uns den Kursraum zeigen lassen.<\/p>\n<p>Langsam wurde es &#8222;escuro&#8220; draussen, es war ja auch schon halb 8 abends, also ab mit Vera zum Churrasco bei ihren Gasteltern. Und das war seeeehr genial: muito bom. Der Gastvater und Veras Freund (Sebastian von der TU Dresden) haben H\u00fchnerherzen, halbe Rinder und W\u00fcrstchen aufgespie\u00dft und so langsam kamen auch die ersten G\u00e4ste, es wurden mindestens 25. Die andere Mitbewohnerin dort, eine Japanerin, feierte ihren Abschied, denn sie musste am n\u00e4chsten Tag zurueckfliegen, wir wurden begr\u00fc\u00dft, und Vera Gastmutter verriet uns: Ihr Mann Delmo mache einfach gern Churrasco, und er macht es eh jeden Sexta-feira (Freitag), da kommt dann halt irgendwie jeder mal vorbei: Jetzt kenne ich Studenten aus allen Teilen Brasiliens, aus Chile, Oesterreich, Hol\u00e2ndia, und sowieso.<br \/>\nIch weiss nun um die beiden konkurrierenden Fu\u00dfballklubs in Floripa, und dass man W\u00fcrstenst\u00fccke in Maniokmehl taucht und dann isst, und dass H\u00fchnerherzen zart und w\u00fcrzig schmecken.<\/p>\n<p>Irgendwann um 12 war ich dann ziemlich m\u00fcde, bin mit dem Fahrrad heim und das gr\u00f6\u00dfte Problem hie\u00df Dusty, lief hinter dem Grundstueckstor frei herum und war lauter als m\u00f6gliche Ger\u00e4usche einer Alarmanlage, als ich mich nur dem Tor n\u00e4herte. Wie sollte ich die Meter zum Haus \u00fcberwinden, ohne meine Gasteltern zu wecken und ohne von einem Hund, der mir bis zur Huefte geht, zerfleischt zu werden?<br \/>\nZunaechst habe ich das Tor aufgeschlossen. Riesengebr\u00fcll. Aufschieben wagte ich nicht. Aber der Hund machte auch Krach, als Passanten oder Autos vorbeifuhren und -gingen. Na ja, nicht sooo schlimm also. Tor aufschieben, nur ein bisschen, dass der Hund nicht nach drau\u00dfen fassen kann. Vorsichtig mit dem Vorderreifen des Fahrrades auf das heimatliche Grundst\u00fcck vorgetastet. Freundlicheres Gebelle. Okay, scheint alles in Ordnung so weit, das Fahhrad kennt er ja auch. Langsam habe ich meinen Fu\u00df aufs Grundst\u00fcck gesetzt und durch den Torspalt geschoben. Das war alles ohne Probleme m\u00f6glich. Das Tor habe ich ganz ge\u00f6ffnet, bin aber zuerst noch auf der Stra\u00dfe geblieben &#8211; wer wei\u00df, vielleicht traut sich der Hund nicht raus. Das traute er sich &#8211; aber blieb freundlich. Ich also langsam aufs Grundstueck, und was macht der bl\u00f6de Hund? L\u00e4uft durch das offene Tor auf die Stra\u00dfe und ist schon 10 m weg. Ich verliere meine Angst und taste mich zur Haust\u00fcr vor uns schlie\u00dfe auf. Aber was soll jetzt mit dem Hund geschehen, und mit dem offenen Tor? Der Hund kam, legte sich vor mich nieder, ich machte in aller Ruhe das Tor zu &#8211; Puh, halb so wild.<\/p>\n<p>Schlaf. Das war Tag 1 in Brasilien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bem-vindo em Floripa! = Herzlich Willkommen in Florian\u00f3polis! Ja, wir sind alle gut angekommen. Auch wenn das mit dem Flug von Rio nach Floripa etwas problematisch war, weil: cancelado. 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